Geschichte und Forschung zu dem Fachgebiet Resilienz

Resilienz bzw. das, was man üblicherweise darunter versteht, ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Immer und überall hat es Menschen (uns Systeme) gegeben, die über hohe Resilienz verfügten. Relativ neu im Vergleich dazu ist die wissenschaftliche Erforschung des Resilienzkonzeptes.

Ab Mitte des letzten Jahrhunderts entstand ein verstärktes Interesse an Fragestellungen zu menschlichen Entwicklungsmöglichkeiten und –wegen, was sich in einer Reihe von Studien mit Kindern und Jugendlichen äußerte. In den 1970er wurden etliche solcher Studien durchgeführt, die sich mit den Themen Kompetenz, Risiko und Resilienz beschäftigten, nachdem zuvor beobachtet wurde, dass sich bestimmte Kinder trotz widriger Umstände (sehr) positiv entwickelten. Diese verstärkte Beschäftigung mit den Entstehungsgrundlagen der positiven Seite von Entwicklung war insofern neu, als dass in der Medizin und Psychologie bis dahin primär pathologische Konzepte verfolgt wurden – traditionell war der Blick auf Risikofaktoren, Störungen und Fehlentwicklungen gerichtet.

Im Bereich der Medizin entwickelte A. Antonovsky kurze Zeit später das Modell der Salutogenese, das dazu auffordert, danach zu fragen, was den Menschen gesund hält – auch hier wird somit die Fragerichtung von einer defizitorientierten hin zu einer ressourcenorientierten Perspektive verschoben.

Pionierarbeit im Bereich der Resilienzforschung leistete die amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy Werner mit ihrer Kauai Studie (gemeinsam mit Ruth Smith).

Emmy Werner und ihr Team begleiteten über 40 Jahre lang knapp 700 Kinder, die 1955 auf der Hawaii-Insel Kauai geboren wurden. Knapp 1/3 dieser Kinder wuchsen unter äußerst schwierigen Verhältnissen auf: Armut, Krankheit der Eltern, Vernachlässigung, Gewalt in der Familie, Mißhandlung, niedriger Bildungsstand der Eltern, etc.

2/3 dieser „Risiko Kinder“ fielen als Jugendliche durch Lern- oder Verhaltensstörungen auf, wurden straffällig bzw. psychiatrisch auffällig. Gleichzeitig entwickelte sich 1/3 dieser Kinder erstaunlich positiv. Sie waren erfolgreich in der Schule, waren in das soziale Leben integriert und wiesen zu keinem Zeitpunkt der Untersuchung irgendwelche Verhaltensauffälligkeiten auf.

Die grundlegende Erkenntnis aus dieser (und anderer) Studie(n) ist, dass ungünstige (Start-) Voraussetzungen nicht zwingend zu Elend und Mißerfolg führen müssen. Resiliente Kinder (Erwachsene) verfügen über bestimmte Eigenschaften und Strategien, die ihnen ermöglichen, an widrigen Umständen eben nicht zu zerbrechen.

Der ursprünglich auf Kinder und Jugendliche gelegte Fokus der Resilienzforschung hat sich in der Zwischenzeit sehr stark in Richtung Erwachsenenalter (z.B. Belastungs-, Traumaverarbeitung), in die Arbeitswelt (resiliente Teams) sowie auf soziale Systeme ausgeweitet.

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